Die Sonne begann hinter den schroffen Gipfeln zu versinken. Wir saßen noch immer wie gebannt am Tisch
und hingen an seinen Lippen. Es war Zeit für uns, weiterzuziehen.
Doch der Abschied von Ean war nicht nur ein Goodbye. Es war eine Übergabe.
Er nahm seine eigene Dragonshackle ab – das Kupfer warm von seiner Haut,
das Leder gezeichnet von Wind und Arbeit. Er drückte sie mir fest in die Handfläche.
Sein Blick war ernst, aber in seinen Augen blitzte dieser Schalk, den nur Menschen haben,
die im Geiste mit Drachen fliegen.
„
Nimm sie. Trage sie. Und vergiss nicht:
Fesseln sind nur dann etwas Schönes, wenn man sie selbst anlegt.
„
Seine Worte waren ruhig, aber sie trugen das Gewicht von Generationen.
Er gab mir die Erlaubnis, seine Innovation – dieses genial einfache Verbindungsstück
aus der Welt der Ciobair – in meine Welt zu tragen.
Nicht als bloßes Schmuckstück. Nicht als Mode. Sondern als Symbol.
Er wollte, dass die Philosophie des Halfters weiterlebt – die Idee, dass wahre Stärke
darin liegt, sich freiwillig zu binden.
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„Weißt du", sagte Ean noch, bevor wir aufbrachen, „die alten Bewohner der Highlands
gaben ihren Drachen immer Namen mit zwei Vokalen. Zwei Vokale –
für die zwei Gesichter jeder wahren Macht."
Enoola. Das erste O – der Orkan.
Die zerstörerische Wut, das Chaos, das alles niederbrennt, wenn man ihm respektlos begegnet.
Das zweite O – der Ort. Die absolute Loyalität,
der sichere Hafen, den er dir schenkt, wenn du würdig bist.
„Jeder Drache trägt beides in sich. Jeder Mensch auch. Die Kunst liegt darin,
zu wissen, wann man das eine zähmt – und wann man das andere reitet."
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„Erzähl die Geschichte", sagte er, während wir uns die Hände schüttelten.
„Erzähl von Enoola. Erzähl von den Caoraich.
Und erzähl ihnen, dass ein Schäfer aus den Highlands glaubt, dass jeder seinen Drachen reiten kann –
wenn er nur den Mut hat, ihm die Fessel anzulegen."
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